Was verstehen wir unter Leistenbeschwerden?
Die Leiste bildet den Übergang zwischen Unterbauch und Oberschenkel. In diesem Bereich kommen verschiedene Muskeln, Sehnen und Gelenke zusammen.
Bei Sportlern sind die Adduktoren eine wichtige Muskelgruppe. Diese Muskeln befinden sich an der Innenseite des Oberschenkels und helfen unter anderem bei der Stabilisierung und dem Einwärtsbewegen des Beins.
Beim Laufen helfen sie, Becken und Beine bei jedem Schritt unter Kontrolle zu halten. Besonders wenn man schneller läuft, Hügel hinaufgeht oder die Richtung ändert, nimmt die Belastung zu.
Leistenbeschwerdenkönnen sich unter anderem äußern als:
- Ein ziehender Schmerz in der Leiste
- Ein ziehendes Gefühl an der Innenseite des Oberschenkels
- Steifheit nach dem Laufen
- Schmerzen beim Beschleunigen oder Sprinten
- Empfindlichkeit beim Anheben oder seitlichen Bewegen des Beins
Wie entstehen Leistenbeschwerden bei Läufern?
Es gibt nicht immer eine eindeutige Ursache. Oft entstehen Beschwerden, weil die Belastung vorübergehend größer ist, als Muskeln und Sehnen verkraften können.
Du steigerst dich zu schnell
Ein häufiges Szenario: Das Laufen läuft gut und du fügst in kurzer Zeit mehr Kilometer oder schnellere Trainingseinheiten hinzu.
Deine Kondition kann eine solche Steigerung vielleicht gut verkraften, aber Muskeln und Sehnen brauchen oft mehr Zeit, um sich anzupassen.
Besonders eine Kombination aus mehr Kilometern und höherer Intensität kann die Belastung im Leistenbereich schnell erhöhen.
Du führst Geschwindigkeitstraining ein
Bei einem ruhigen Dauerlauf ist dein Bewegungsmuster anders als bei einem Intervalltraining. Sobald du beschleunigst, werden deine Schritte kraftvoller und der Bewegungsumfang nimmt zu.
Die Muskeln um Oberschenkel und Hüfte müssen dadurch mehr Kraft aufwenden. Wer plötzlich viele Intervalle, Hügel oder Sprints einbaut, kann dies in der Leiste spüren.
Müdigkeit verändert deine Lauftechnik
Während eines langen Dauerlaufs ermüden die Muskeln allmählich. Dadurch kann sich die Art und Weise, wie du dich bewegst, ändern.
Dein Becken kann beispielsweise weniger stabil werden und andere Muskelgruppen müssen härter arbeiten, um dies zu kompensieren. Die Adduktoren können dadurch zusätzlich belastet werden.
Das erklärt auch, warum manche Läufer erst in den letzten Kilometern eines langen Trainings etwas in ihrer Leiste zu spüren beginnen.
Kraft und Stabilität spielen eine Rolle
Laufen scheint hauptsächlich eine Vorwärtsbewegung zu sein, aber dein Körper muss bei jeder Landung seitliche Bewegungen kontrollieren.
Dafür sind starke Gesäßmuskeln, Hüftmuskeln, Adduktoren und eine gute Rumpfstabilität wichtig.
Wenn diese Muskelgruppen nicht ausreichend zusammenarbeiten, kann die Belastung auf die Leiste zunehmen.